Import nach Österreich

Überblick

Ein seltenes Modell aus den USA zu importieren kann reizvoll sein, das Gleiche gilt für Autos, die im benachbarten Ausland weniger kosten als in Österreich. Zum Kaufpreis kommen aber zahlreiche weitere Kosten hinzu, über die wir euch hier eine Auskunft geben

  • Die NoVA wird bei der erstmaligen Zulassung in Österreich für Neu- und Gebrauchtwagen fällig. Die NoVA fällt, je nach Alter und Modell, unterschiedlich aus.
  • Mehrwertsteuer: Wenn Ihr einen Neuwagen in der EU kauft, zahlt Ihr dem Händler im Ausland keine Mehrwertsteuer, dafür müsst ihr in Österreich die Erwerbssteuer, in Höhe von 20 Prozent. Bei Gebrauchtwagen zahlt ihr  die Mehrwertsteuer direkt an den ausländischen Händler.
  • Einfuhrumsatzsteuer: Wenn ihr das Auto aus einem Drittland (Land, das nicht Teil der EU ist) importieren, fällt Einfuhrumsatzsteuer an. Diese beträgt 20 Prozent.
  • Zoll: Wird beim Import aus einem Drittland an der EU-Außengrenze fällig. Die Höhe des Zolls beträgt 10 Prozent.
  • Kosten für Überstellungskennzeichen: Um das Auto nach Österreich zu überstellen, benötigt ihr ein Kennzeichen. Die Kosten dafür sind, je nach Land unterschiedlich hoch.
  • Eintragung : Erfolgt in Österreich und kostet maximal 180 Euro.
  • §57a-Gutachten: Wenn für das Fahrzeug bereits ein „Pickerl“ fällig wäre, müsst ihr vor der Zulassung ein §57a-Gutachten bzw. im Ausland das Äquivalent, samt Übersetzung, durchführen lassen.

Wie gehe ich beim Eigenimport vor?

Kauf

Holt ihr ein Fahrzeug nach Österreich, so muss unterschieden werden, ob es sich um ein Gebraucht- oder um ein Neufahrzeug handelt und, ob das Fahrzeug aus der EU kommt oder nicht. Diese Unterscheidungen sind wesentlich für die steuer- und zollrechtliche Behandlung.

Was ist ein Neu- und was ein Gebrauchtfahrzeug im steuerrechtlichen Sinn?

  • Ein Neufahrzeug hat beim Erwerb entweder nicht mehr als 6.000 km auf dem Tacho oder die erstmalige Inbetriebnahme liegt nicht länger als 6 Monate zurück. Somit fallen auch die meisten Vorführwagen in die Kategorie „Neuwagen“.
  • Hat das Fahrzeug beim Erwerb mehr als 6.000 km auf dem Tacho und die erstmalige Inbetriebnahme liegt mehr als 6 Monate zurück, dann handelt es sich um ein Gebrauchtfahrzeug.

Tipps zum Kauf:

  • Am besten kauft ihr beim Händer: Neben der gesetzlich geregelten Gewährleistung bieten Käufe beim Händler auch den Vorteil zusätzlicher Garantieleistungen.  Darüber hinaus wird der Kaufpreis beim befugten Fahrzeughändlern in der EU, in der Regel auch vom österreichischen Finanzamt als Fahrzeugwert akzeptiert. Bei Privatkäufen wird der aktuelle Marktwert anhand einer Fahrzeugbewertung bestimmt
  • Keine Vorauszahlungen vornehmen, sondern erst bei der Abholung des Fahrzeugs zahlen.
  • Man sollte sich auch vorab erkundigen, ob eine EU-weite Betriebserlaubnis für das entsprechende Fahrzeug vorliegt, da ansonsten eine Einzelgenehmigung in Österreich erforderlich ist — auf die, selbst bei einer Zulassung in einem anderen Mitgliedsstaat, kein Rechtsanspruch besteht.

Mehrwertsteuer:

  • Beim Kauf eines Neufahrzeugs bei einem Händler innerhalb der EU ist bei diesem keine Mehrwertsteuer zu zahlen, denn diese wird in Form der Erwerbssteuer  in Österreich gemeinsam mit der NoVA am Finanzamt fällig. Die Erwerbssteuer wird auch fällig, wenn man ein Neufahrzeug bei einer Privatperson im EU-Ausland kauft!
  • Bei Gebrauchtfahrzeugen, die in der EU beim Händler gekauft werden, ist die entsprechende Mehrwertsteuer direkt an den Händler zu zahlen. In Österreich zahlt man für das Fahrzeug dann keine Umsatzsteuer mehr.
  • Man sollte darauf achten, dass die Umsatzsteuer auf der Rechnung ausgewiesen wird oder ein Hinweis auf Differenzbesteuerung besteht. Nur so kann der gezahlte Nettokaufpreis für die NoVA-Berechnung beim österreichischen Finanzamt herangezogen werden.
  • Beim Kauf in Drittländern kann die bezahlte Mehrwertsteuer, auf Grundlage einer zollamtlich bestätigten Ausfuhrerklärung, vom ausländischen Händler refundiert werden. Unabhängig davon, wird bei der Einfuhr aus Drittländern aber die Einfuhrumsatzsteuer in der Höhe von 20 Prozent fällig.

Folgende Papiere sollten Sie vom Verkäufer erhalten:

  • Kaufvertrag oder Rechnung (inkl. Ausweisung der Mehrwertsteuer)
  • Fahrzeugpapiere: EWG-Übereinstimmungsbescheinigung (COC-Papier), ausländischen Typenschein oder ausländische Zulassungsbescheinigung (besteht die Zulassungsbescheinigung aus zwei Teilen, dann müssen beide Teile mitgegeben werden) als Nachweis über eine EU-weite Betriebserlaubnis. Bei Kfz ohne EU-Betriebserlaubnis muss eine Einzelgenehmigung durchgeführt werden. In solchen Fällen sollten Sie darauf achten auch die ausländischen Fahrzeugdokumente zu erhalten.
  • Positives Ergebnis der technischen Untersuchung
  • Beim Kauf im Drittland zusätzlich: Ausfuhrerklärung vom Händler, mit der Sie eine eventuell gezahlte Mehrwertsteuer refundiert bekommen können, sowie Präferenznachweise, mit der eventuelle Zollbegünstigungen möglich sind
  • Beim Kauf von Privaten zusätzlich empfehlenswert: Beglaubigung des Kaufvertrags (Gericht bzw. Notar). Sie ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, kann aber von der Zulassungsstelle verlangt werden, wenn Zweifel an der Echtheit des Kaufvertrags bestehen. In diesem Fall müsste eine Beglaubigung nachgereicht werden, was u.U. praktische Probleme aufwerfen kann (wenn z. B. der Verkäufer nicht mehr erreichbar ist).

Überstellung

Hat man das Fahrzeug im Ausland schließlich gekauft, stellt sich die Frage der Überstellung nach Österreich. Wenn das Fahrzeug nicht auf einem Anhänger oder einem Lkw transportiert wird, sondern nach Österreich gefahren werden soll, benötigt man ein passendes Kennzeichen.

Überstellung mit Ausfuhrkennzeichen

  • Bei der Überstellung aus dem Ausland nach Österreich sind ausländische Überstellungskennzeichen mit einer entsprechenden Kurzversicherung zweckmäßig. Der ausländische Händler kann Ihnen dabei behilflich sein. Für den Import aus Deutschland zum Beispiel, fallen für Ausfuhrkennzeichen etwa 100 bis 150 Euro an.
  • Zu beachten ist die Dauer der Gültigkeit der ausländischen Überstellungskennzeichen, wobei diese in Österreich jedenfalls nicht länger als 4 Wochen genutzt werden dürfen.
  • Es ist zwar auch möglich, die österreichischen grünen Überstellungskennzeichen zu verwenden, allerdings kann es bei deren Verwendung zu Problemen im Ausland kommen. Darüber hinaus, muss für die österreichischen Überstellungskennzeichen u.a. ein Besitznachweis (z.B. Kaufvertrag) vorgelegt werden. Sie können sich daher als unpraktisch erweisen, da man sie in Österreich beantragen muss.

Zoll

Bei Importen aus der EU müsst ihr kein Zoll zahlen.

Bei Importen aus Drittländern, also Ländern die nicht der EU angehören aber schon

An der Drittland-Grenze:

  • Ausfuhrerklärung an der Grenze bestätigen lassen, somit kann die eventuell bezahlte Mehrwertsteuer vom Händler refundiert werden
  • (Beglaubigten) Kaufvertrag oder saldierte Rechnung vorlegen
  • Nachweis des im Ausland entrichteten Kaufpreises vorlegen
  • Wenn kein Kaufpreis bezahlt wurde (Schenkung) oder kein glaubwürdiger Preis im Kaufvertrag enthalten ist, kann eine Schätzung veranlasst werden

An der EU-Außengrenze (oder österreichischen Grenze):

  • Schriftliche Grenzformalitäten während der Amtsstunden werden kostenlos durchgeführt, außerhalb dieser Zeiten fallen Gebühren an. Erkundigt euch daher nach den Amtsstunden und passiert keinesfalls die Grenze ohne die Zollformalitäten zu erledigen
  • Muss das importierte Fahrzeug ein anderes EU-Land passieren, um nach Österreich zu gelangen, so ist dieser Versand anzumelden (Begleitdokument für die Beförderung von Nicht-Gemeinschaftsware innerhalb der EU)
  • Einfuhr anmelden
  • Beglaubigten Kaufvertrag oder saldierte Rechnung vorlegen
  • Gegebenenfalls gültigen Präferenznachweis (z. B. für Schweiz oder Norwegen möglich) vorlegen. Bei der Einfuhr aus bestimmten Drittländern besteht bei Vorliegen eines Präferenznachweises Zollfreiheit. Hierfür ist eine Warenverkehrsbescheinigung „EUR 1“ oder, bis zu einem Wert von 6.000 Euro, eine Ursprungserklärung auf der Rechnung vorzuweisen.
  • Eingangsabgaben (Zoll, Einfuhrumsatzsteuer) entrichten bzw. Sicherstellung (beim Versand) hinterlegen
  • Zollabgabe: 10 Prozent vom Wert (inklusive Lieferkosten bis zur EU-Außengrenze) des Kfz (PKW und andere Kfz die ihrer Beschaffenheit nach hauptsächlich zur Personenbeförderung bestimmt sind)
  • Einfuhrumsatzsteuer: 20 Prozent vom Wert des Kfz (inklusive Lieferkosten bis zur EU-Außengrenze und Zollbetrag)
  • Verzollungsbestätigung ausstellen lassen

Eintragung in die Genehmigungsdatenbank

Damit das Fahrzeug in Österreich zugelassen werden kann, muss es in die sogenannte Genehmigungsdatenbank eingetragen werden.

EU-Betriebserlaubnis ist vorhanden:

Liegt eine EU-Betriebserlaubnis vor, muss das Fahrzeug nur in die Genehmigungsdatenbank eingetragen werden. Als Nachweis für eine bestehende EU-Betriebserlaubnis gelten die EWG-Übereinstimmungsbescheinigung (COC-Papier), ein (ausländischer) Datenauszug, der ausländischer Typenschein oder eine ausländische Zulassungsbescheinigung (besteht die Zulassungsbescheinigung aus zwei Teilen, dann müssen beide Teile vorliegen). Die Eintragung erfolgt über den Generalimporteur (Kosten: maximal 180 Euro). Eine Liste der österreichischen Generalimporteure findet ihr HIER. Wird dieser nicht  in 14 Tagen tätig oder gibt es keinen Bevollmächtigten, der die Eintragung vornehmen kann, so kann die Eintragung auch über die zuständige Landesprüfstelle erfolgen (rund 150 Euro, abhängig von den erforderlichen Unterlagen).

Wenn bei dem Fahrzeug eine §57a-Überprüfung in Österreich fällig ist, dann muss für die Eintragung in die Genehmigungsdatenbank auch ein positives Prüfgutachten vorgelegt werden. Anstelle eines positiven österreichischen Gutachtens können auch solche vorgelegt werden, die der Richtlinie 96/96/EG entsprechen. Ist dieses Gutachten nicht in deutscher oder englischer Sprache verfasst, benötigt man eine Übersetzung oder ein positives österreichisches §57a-Gutachten.

EU-Betriebserlaubnis ist nicht vorhanden:

Besteht keine EU-Betriebserlaubnis für das Fahrzeug, dann benötigt ihr eine Einzelgenehmigung durch die für euren Wohnsitz zuständige Landesprüfstelle. Das Fahrzeug ist dabei in der Regel vorzuführen und muss dabei den Baujahrsvorschriften des österreichischen Kraftfahrrechts bzw. den EU Vorschriften entsprechen.
Werden die entsprechenden Vorschriften nicht eingehalten, kann die Einzelgenehmigung verwehrt werden. Durch die Zulassung in einem anderen Mitgliedsstaat besteht noch kein Rechtsanspruch auf die Einzelgenehmigung! Zusätzlich ist eine positive §57a-Überprüfung notwendig, wenn diese fällig gewesen wäre.

Unabhängig davon, ob eine EU-Betriebserlaubnis besteht oder nicht, müssen anzeige- und genehmigungspflichtige Änderungen durch die Landesprüfstelle in die Genehmigungsdatenbank eingetragen werden.

Zahlung der NoVA

Bei der Eintragung in die Genehmigungsdatenbank werden Pkw, Kombis und Motorräder mit einer vorläufigen Zulassungssperre belegt. Durch die Zahlung der  NoVA und evtl. Erwerbssteuer beim Wohnsitzfinanzamt, wird diese Sperre aufgehoben und eine Zulassung ist in Österreich möglich.

keine NoVA müsst ihr zahlen, wenn das Fahrzeug in der EU vor dem Inkrafttreten des NoVA-Gesetzes (am 01.01.1992) erstmalig zugelassen wurde.

Bei Neufahrzeugen aus der EU oder einem Drittland bzw. Gebrauchtwagen aus einem Drittland ist  die aktuell gültige Berechnungsmethode der NoVA anzuwenden, die sich nach den CO2-Emissionen und dem Fahrzeugwert richtet.